Die Diskriminierung von ausländischen Spielern in Fußballstadien ist ein immer wiederkehrender Gesprächsstoff. Beim VfL sind bisher keine Probleme mit derartigen Diskriminierungen aufgetreten. Wir möchten jedoch präventiv für dieses Thema sensibilisieren, um auch in Zukunft derartige Vorfälle zu vermeiden und ein Bewusstsein für ein friedliches und offenes Miteinander zu schärfen.
Wir wollen keine einmalige Aktion durchführen, bei der dem „Rassismus die Rote Karte“ gezeigt wird, sondern wollen langfristig präventiv mit unseren Fans zusammen eine Kampagne aufbauen. Daher bindet „Dafür! Dagegen! – Für mehr Zivilcourage & gegen Diskriminierung“ unsere Fans, Spieler und Verantwortlichen ausdrücklich mit ein.
Macht mit bei der Kampagne!
Außerdem rufen wir alle Fanclubs auf, sich aktiv an dieser Kampagne zu beteiligen: Sendet uns Bilder oder Kommentare, die sich mit Diskriminierung und dem Wunsch nach mehr Zivilcourage auseinander setzen. Wir veröffentlichen die gelungensten auf unserer Website. Darüber hinaus laden wir alle Fans und Freunde des VfL Bochum ein, sich mit Ideen und Anregungen für Aktionen im Rahmen der Kampagne zu beteiligen.
Hinter den Kulissen
Im Vorfeld und während der Fotoaufnahmen zur Kampagne haben wir mit den Beteiligten Fans, Spielern und Kreativen gesprochen, um ihre Motivation und Einstellung kennen zu lernen. Über einen Aufruf hier auf der Website kamen die VfL-Fans Tina, Oliver und Martin Schefzick zum Shooting. Für unsere Spieler Martin Meichelbeck, Thomas Zdebel und Marcel Maltritzt sowie Vorstand Stefan Kuntz und den Fanbeauftragten Dirk Michalowski war es eine Selbstverständlichkeit bei der Kampagne mitzuwirken. Fotograf Martin Steffen, der seit einigen Jahren unsere Autogrammkarten gestaltet, hat sich sofort bereit erklärt, unentgeltlich die Motive zu schießen, und Daniela Berger, Mitarbeiterin der Marketingabteilung, hat die Kampagne inhaltlich auf die Beine gestellt.
Warum seid Ihr dabei?
Tina: Als ich von der Kampagne gelesen habe, habe ich mir gedacht: Da machst Du mit. Damit kann ich einen kleinen Beitrag leisten und mal was Gutes tun. Denn rassistische Idioten gehören nicht zum Fußball, die gehören nirgendwo hin!
Oliver: Ich bin VfL- & Fußballfan und erfreue mich an allen Nationalitäten und Hautfarben. Fußball ist bunt und international. Die Frage nach Rasse oder Nationalität stellt sich mir gar nicht. Für mich ist es daher selbstverständlich, meine Einstellung auch offen zu zeigen.
Martin Schefzick: Mich regt Rassismus einfach fürchterlich auf. Die Intoleranz, nicht nur in den Stadien, kann und will ich nicht verstehen. Daher ist Zivilcourage wichtig. Ich gehe bei Auseinandersetzungen immer dazwischen und würde mir wünschen, dass jeder so reagiert.
Marcel Maltritz: In Bochum gibt es zwar mit Rassismus und Diskriminierungen keine offensichtlichen Probleme, ich finde aber, man muss nicht erst dann etwas unternehmen, wenn es zu spät ist. Rassismus ist ein üble Sache und wenn man präventiv etwas machen kann und die Fans auf seiner Seite hat, dann ist damit schon eine Menge gewonnen.
Martin Steffen: Ich bin gegen Rassismus jeder Art. Für eine lange Zeit habe ich im Ausland gelebt und viel Respekt erfahren. Das würde ich mir auch für alle anderen Ausländer dieser Welt wünschen, denn ich weiß, wie es ist in einer völlig fremden Umgebung zu leben.
Hat sich das Aufkommen von Fremdenfeindlichkeit in letzter Zeit verändert?
Martin Schefzick: Gewalt und Aggression haben in den Stadien in letzter Zeit wieder sichtbar zugenommen. Die WM hat soviel Harmonie gezeigt und wenn wir nicht aufpassen, geht uns das alles wieder verloren. In den unteren Klassen nehmen die Gewalttätigkeiten sogar schon überhand.
Marcel Maltritz: Früher, in den 70ern und 80ern, war das sicher noch schlimmer in den Stadien. Bevor die Zustände sich wieder zuspitzen, bin ich froh, dass sich etwas bewegt. Hier ist Prävention gefragt, es heißt doch nicht umsonst: Wehret den Anfängen, oder?
Was glaubt ihr, kann eine solche Kampagne bewirken?
Tina: Ich glaube, eine solche Kampagne kann zeigen, dass man es nicht hinnimmt, wenn solche Idioten ihre Probleme an Ausländern auslassen.
Martin Schefzick: Der Schulterschluss zwischen Spielern und Fans kann ein bestimmtes Bewusstsein wecken. Wenn sich mein Verein dann gegen Rassismus engagiert ist das absolut vorbildlich.
Oliver: Fußballer sind für viele Menschen Idole. Außerdem sagt der VfL: Wir sind gemeinsam, Fans, Spieler, Verein, gegen Rassismus und für Zivilcourage. Wenn ihr zum VfL geht, dann könnt ihr keine Nazis sein.
Marcel Maltritz: Wenn Spieler ihrer Hautfarbe wegen ausgepfiffen werden, geht das gegen die ganze Mannschaft, das Spiel und den Fußball überhaupt. Und wenn mein Verein sich hier reinhängt und seinen Beitrag leistet, hat das nicht nur für VfL-Fans eine wichtige Wirkung, sondern für die ganze Region.
Martin Steffen: Es ist eminent wichtig, zu diesem Thema Stellung zu beziehen. Das macht der VfL und ein klare Position kann überzeugen, sie unterstützt Zivilcourage und schafft ein Problembewusstsein.
Fotos: Martin Steffen
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Plakatmotiv - Gesamt
Plakatmotiv - Moppel & Marcel Maltritz