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Kompetenznetz HIV/AIDS

Die deutsche HIV-Forschung hat in den letzten Jahren zu einer wegweisenden und international beachteten Zusammenarbeit gefunden. Motor dieser Entwicklung ist das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kompetenznetz HIV/AIDS, in dem 44 HIV-Schwerpunktzentren Hand in Hand mit Grundlagenforschern, klinischen Forschern und Universitäten zusammenarbeiten. Die Geschäftsführung des Kompetenznetzes liegt beim Sprecher und Chairman des Netzes, Herrn Prof. Dr. med. Norbert H. Brockmeyer (St. Josef Hospital, Klinik für Dermatologie und Allergologie, Ruhr-Universität Bochum), dem die Hauptgeschäftsstelle in Bochum am St. Josef Hospital unmittelbar zuarbeitet.

Das zentrale Projekt des Netzes ist eine Patientenkohorte, d.h. eine Studie, in deren Rahmen über einen langen Zeitraum hinweg in halbjährlichen Abständen zahlreiche medizinische und soziodemografische Daten gesammelt werden. Mithilfe dieser besonderen Studienart lassen sich viele Zusammenhänge erkennen, die z.B. von einer klinischen Studie nicht abgebildet werden, z.B. Langzeitnebenwirkungen der antiviralen Therapie. Die Kohorte umfasst aktuell einen umfangreichen Datenpool von etwa 8.200 Patienten, ein großer Teil davon sind Frauen und Kinder. Zusatzmodule zu den Themen „Koinfektionen“ (z.B. Hepatitis) sowie „Schwangerschaft“ und „HIV-infizierte bzw. HIV-exponierte Kinder“ runden die Datenbasis ab.

Neben der reinen Datensammlung werden Serum-, DNA-und Gewebeproben gesammelt und in Studien genutzt. Die Datenbank und die Materialbanken bieten eine Infrastruktur, mit der auch großräumige Entwicklungen früh erkannt werden können. Gleichzeitig wurde so erstmals in Deutschland eine Kohorte geschaffen, die groß genug ist, damit nun auch Studien mit Patienten-Subgruppen durchgeführt werden können, z.B. zum Therapieverlauf bei Frauen.

Ein weiters besonderes Merkmal des Kompetenznetzes ist die Fähigkeit, Ergebnisse aus den Grundlagenwissenschaften direkt in die klinische Behandlung (Translationsforschung) zu überführen.

Bedeutungsvoll ist, dass im Kompetenznetz nicht nur HIV-positive Kinder beobachtet werden, um beste Therapiemöglichkeiten bei geringsten Nebenwirkungen zu erarbeiten, sondern, dass, fast einmalig auf der Welt, auch Daten von HIV-negativen Kindern von HIVpositiven Müttern gesammelt werden, die während der Schwangerschaft mit antiviralen Medikamenten und dem Virus in Berührung kamen. Das Ziel des Netzes ist es, auch für diese Kinder eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.

Das Kompetenznetz bringt seine Erfahrungen auch international auf verschiedenen Ebenen ein, z.B. im europäischen Kohortenverbund COHERE, dem europäischen HIV-Netzwerk NEAT, dem internationalen Kinder-Studienkonsortium MITOC sowie durch die Kooperation mit Wissenschaftlern und Klinikern aus anderen Ländern, wie etwa der Ukraine. So fördert das Netz nicht nur das Wohl von HIV-Patienten, sondern auch den Wissenschaftsstandort Deutschland. Das Kompetenznetz gewinnt Erkenntnisse für Entwicklungsländer und übernimmt national und global Verantwortung.

Die Forschung im Kompetenznetz HIV/AIDS ist bis zum August 2010 vom BMBF finanziell abgesichert, wobei das Netz auch in der dritten und letzten Förderperiode wieder sehr gut gefördert wird.

Die langfristige kontinuierliche Dokumentation, die Auswertung der wertvollen Patientendaten und die Überführung der Ergebnisse zum Nutzen in der täglichen Arbeit sowie die Durchführung innovativer wissenschaftlicher Projekte ist aber nicht ohne Förderung möglich. „Für Projekte, die sich mit der wissenschaftlichen Analyse und Aufklärung unterschiedlicher Aspekte der HIV-Infektion von Erwachsenen, Kindern und Schwangeren beschäftigen, steht uns kaum Geld zur Verfügung“, so Prof. Brockmeyer. Angestrebt wird hierfür eine Stiftung, die auf Grundlage eines ausreichenden Kapitalstocks dauerhaft eine vernetze und hochqualitative HIV-Forschung in Deutschland sicherstelle.

  • HIER, WO DAS HERZ NOCH ZÄHLT
  • KINDERHOSPIZ RUHRGEBIET e.V.
  • St. Josef Hospital
  • Kompetenznetz HIV/AIDS
  • Schulverwaltungsamt Bochum


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